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Emotionen ja oder nein?

In diesem Beitrag geht es um unsere Emotionen auf dem Tennisplatz und warum wir in Kontrolle bleiben sollten.

Die Fortschritte, die Andy Murray in den letzten Jahren gemacht hat, waren aus meiner Sicht vor allem im mentalen Bereich. Es ist deutlich sichtbar, dass Murray seine Emotionen ganz anders kontrolliert als noch vor wenigen Jahren. Er ist deutlich konzentrierter und fokussierter.

Ivan Lendl war hier sicher ein bedeutender Faktor. Selbst als Coach kann man bei Ivan Lendl nicht erkennen, ob sein Schutzling gewinnt oder verliert. Seine Emotionen bleiben fast immer weitgehend verborgen.
Selbst nach seinem Halbfinalsieg in Wimbledon wirkte Murray nicht euphorisch. Obwohl es für ihn eine enorme Leistung war, wenn man überlegt, dass die ganze Last der Nation auf ihm lag, um in Wimbledon zu gewinnen. Er nahm seinen Sieg zur Kenntnis, wußte aber genau, dass er sich auf seine nächste große Aufgabe konzentrieren muss. Andere wären vielleicht so erfreut über den Einzug ins Finale gewesen , dass sie nicht mehr so fokussiert und „aufgepumpt“gewesen wären während des Endspiels. So ähnlich könnte es Sabine Lisicki gegangen sein.

Sicher kann man argumentieren, dass wir alle unterschiedlich sind, der eine braucht die Emotionen, um sich zu Höchstleistung zu motivieren der andere eher die Ruhe. McEnroe war sicherlich hier eine Ausnahme. Wichtig ist, dass ein Spieler seine Emotionen kontrollieren muss und nicht anders herum. Das ist ähnlich wie beim Pokerspiel, nur wer seine Emotionen absolut kontrollieren kann und nach außen hin neutral bleibt, behält den Psychologischen Vorsprung. Das allein kann häufig über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Es gibt eine Reihe von Spielern, die ihre Emotionen überhaupt nicht kontrollieren, vor allem dann wenn es mal nicht so läuft, wie sie sich das vorstellen, ihnen sieht man schon aus der Ferne an, ob sie gewinnen oder verlieren.

Das Problem ist nur, wenn wir mit unserer Körpersprache und Emotionen unseren Gegnern verraten, wie uns zumute ist, werden sie motiviert und glauben, dass sie die Oberhand bekommen können. Wir gehen immer davon aus, wie es in unserem Innerem aussieht und denken oft gar nicht darüber nach, wie es beim Gegner aussehen könnte, vielleicht steck er in vielmehr Selbstzweifel und Unsicherheit als wir vermuten.

Wenn wir nach aussen ruhig bleiben und unsere Körpersprache und Emotionen kontrollieren, haben wir viel eher die Möglichkeit ein Spiel schon auf emotionaler Ebene zu gewinnen.
Was passiert, wenn wir unsere Emotionen nicht im Griff haben:

  • wir werden abgelenkt von der eigentlichen Aufgabe
  • unser Fokus richtet sich nicht mehr aufs Spiel sondern auf Äusserlichkeiten
  • die Situation verschlimmert sich zunehmend
  • der Gegner wird ermutigt und gewinnt zunehmend an Selbstvertrauen
  • unter Umständen verlieren wir ein Spiel, das wir unter normalen Bedingungen nicht verlieren dürfen.  [/check_list]

Tipp:

  • Auch wenn Sie einen schlechten Tag erwischt haben, verraten Sie so wenig wie möglich über Ihr Inneres
  • Fokussieren Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die unmittelbare Aufgabe
  • Konzentrieren Sie sich nur auf den nächsten Punkt und setzen Sie alles daran Ihr Bestes zu geben ohne das Ergebnis positiv oder negativ zu bewerten, nehmen Sie es nur zur Kenntnis
  • Halten Sie den Ball länger im Spiel, zwingen Sie ihren Gegner längere Ballwechsel mitzugehen, dadurch gewinnen Sie Zeit, um sich im Match zurechtzufinden
  • Geben Sie sich nach aussen gelassen und sicher, das hat nichts mit Überheblichkeit oder Arroganz zu tun, auch wenn Ihnen nicht unbedingt danach ist. Auch wenn wir uns unsicher fühlen, können wir, wenn diese Unsicherheit zunächst überspielen, mit erheblichen Vorteilen in ein Match gehen. Manchmal kann der erste Eindruck schon den Gegner verunsichern und uns den wichtigen Vorsprung geben
  • Schöpfen Sie die Pausen komplett aus, nehmen Sie sich so viel wie möglich Zeit zwischen den Ball- und Seitenwechseln

 

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17. September 2013
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Mentale Stärke im Training üben

Das Geheimnis für konstante und optimale Leistung im Wettkampf liegt darin, daß wir unser Training mit der gleichen Intensität gestalten wie im Wettkampf.
Ich erlebe es häufig bei jungen Spielern, die sogar mit dem Gedanken spielen Profitennisspieler zu werden, dass sie imTraining nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit oder Intensität trainieren. Sie wundern sich aber dann darüber, dass sie enge Spiele verlieren.

Erstaunlich aber wahr, solange der Coach in der Nähe ist, wird ernsthaft trainiert, aber sobald die Spieler untereinander Trainieren, läßt die Intensität deutlich nach. Sie bewegen sich nicht mehr so dynamisch wie sonst. Sie erlaufen auch nicht immer alle Bälle, wie sie es vielleicht in einem Spiel tun.

Zwei unterschiedliche mentale Einstellungen entstehen

Es entstehen zwei unterschiedlichen Einstellungen, eine für den Wettkampf und eine für das Training. Das verursacht große Probleme, denn diese Spieler schaffen es nicht die nötige mentale Stärke aufzubringen, wenn es im Spiel eng wird oder wenn sie weit zurückliegen oder kurz vor einer Niederlage stehen.
Wer im Wettkampf mental stark sein will, muss seine mentale Stärke auch im Training üben. Das bedeutet, dass der Spieler mit der gleichen Intensität und Konzentration das Training absolvieren sollte.
Wer im Training mit voller Konzentration und Intensität trainiert, hat wesentlich einfacher im Match bessere Leistungen zu bringen.

Ein paar Tipps um mentale Stärke im Training zu üben:

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  • betrachten Sie jede Trainingseinheit wie eine Wettkampfsituation, Ihr Hirn muss sich auf die Intensität einstellen, dann fällt es Ihnen nicht schwer, die Konzentration über eine längere Zeit auch im Match zu halten
  • schaffen Sie Situationen in denen Sie sich zurückkämpfen müssen. Spielen Sie Trainingsmatches, beginnen Sie jedes Spiel mit einem Rückstand von zum Beispiel 0-30 oder 2 – 4 usw
  • achten Sie auf Ihre Körpersprache, strahlen Sie Selbstvertrauen aus, auch wenn Sie die Punkte verlieren oder zurückliegen
  • regen Sie sich nicht über verlorene Punkte auf, sondern konzentrieren Sie sich auf den nächsten Punkt
  • setzen Sie in einem Trainingsmatch die gleiche Schläge ein, die Sie sonst im Wettkampf auch einsetzen. Wir kennen alle Trainingsweltmeister, die in Wettkampfsituationen nicht wiederzuerkennen sind, sie spielen dann im Wettkampf viel verhaltener, fast ängstlich, weil sie im Training häufig viel zu riskant spielt. Es sollte Sie trotzdem nicht davon abhalten Dinge im Training auszuprobieren.
  • reden Sie nur auf dem Platz, wenn es unbedingt sein muss
  • betrachten Sie jedes Training wie eine Generalprobe für den Wettkampf
  • konzentrieren Sie sich auf Ihre Leistung nicht auf das Ergebnis, wenn die Leistung stimmt, dann stimmt auch irgendwann das Ergebnis
  • wer mit voller Konzentration trainiert, lernt automatisch das Umfeld auszufiltern und jede Ablenkung zu ignorieren. Es fällt Ihnen auch im Wettkampfsituationen leichter mit Störfaktoren umzugehen

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Wer mit einem positiven Gefühl ins Match gehen kann und weiß, dass er sich mental durchsetzen kann, wenn es darauf ankommt, hat dann schon eine große Hürde auf dem Weg zu Siegen genommen.

Tennis und Psyche

Mentale Stärke ist häufig der entscheidende Faktor zwischen zwei gleich starken Spielern und Spielt vor allem im Sport eine wichtige Rolle.

Viele Tennisspieler leiden unter „Schwachen Nerven“ d. h. sie sind nicht in der Lage Ihre Emotionen zu kontrollieren:

  • Sie werden nervös und beginnen verhalten zu spielen
  • Ihr Spiel wird zunehmend unsicherer
  • Sie können häufig während eines Matches nicht mehr klar denken.
  • Die Bewegungen wirken gehemmt
  • Häufig führen sie in einem Match und verlieren trotzdem noch, weil sie sich nicht trauen, das Spiel konsequent zu Ende zu spielen.

Aus meiner Erfahrung, und das erleben wir häufig bei jugendlichen, werden unzählige Spiele dadurch verloren, dass die Spieler nicht mehr mit der gleichen Konsequenz das Spiel zu Ende spielen. Die Angst nicht zu gewinnen wird so groß, dass jede Bewegung nur gehemmt ausgeführt wird. Es wird nicht mehr gespielt, um zu gewinnen, sondern es wird gespielt, um nicht zu verlieren und das ist ein gewaltiger Unterschied.

Profis dagegen spielen jedes Spiel mit derselben Konsequenz zu Ende, das heißt, dass sie mit der gleichen Strategie bis zum Ende des Matches spielt.

Der Spruch „Never change a winning game“ kennt fast jeder Tennisspieler, dieser wird aber von nur wenigen beherzigt.
Wenn ein Spieler einen Vorsprung während eines Matches erspielt hat, ist es sehr wichtig, alles daran zu setzen den Vorsprung zu behalten, denn das geringste
Nachlassen, gibt dem Gegner neue Hoffnung und Motivation.
Wenn meine Strategie das schnelle Spiel war, darf ich nicht plötzlich langsamer spielen oder wenn ich mit Mondbällen bis dahin erfolgreich war, darf ich nicht in der entscheidenden Phase des Spiels diese Strategie ändern.

Was kann ein Spieler tun, um mentale Stärke zu erlangen?

1. Regelmäßig trainieren, denn wer Sicherheit in den Schlägen hat, kann selbstbewusster spielen.
2. Trainingsmatches ohne Angst zu verlieren spielen.
3. Nicht an das Endergebnis denken, sondern immer nur Punkt für Punkt spielen.
4. Verlorene Punkte sofort vergessen.
5. Nicht die Taktik ändern, solange man führt und konsequent das Match zu Ende spielt.

Diese Tipps werden Ihnen helfen mental noch stärker zu werden.

Tennis und Psyche zu Tennis Technik

19. Dezember 2011
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Eine Mentale Falle

Zum Glück lernt jeder Tennisspieler mehr aus den Niederlagen als aus den Siegen, insofern kann man eine Niederlage als etwas Positives betrachten.
Vor Jahren musste ich eine schmerzvolle Erfahrung machen, es war das erste Jahr meiner Profikarriere, ich konnte auf ein Jahr sehr harter Arbeit zurückblicken und die ersten Früchte dieser Arbeit sah ich schon, ich hatte nämlich einige gute Ergebnisse bei Turnieren erzielt.

Als ich dann an einem Turnier in meinem Heimatort teilnahm, verlor ich gegen einen Gegner den ich kannte und normalerweise schlagen sollten, so dachte ich zumindest. Ich war der Favorit, um das Turnier zu gewinnen und dazu noch viele Ranglistenplätze vor ihm . Ich kann nicht sagen, dass ich überheblich war, aber meine innere Einstellung zu diesem Spiel und zu diesem Gegner war nicht so, wie es sein sollte.

Wo lag das Problem?
Innerlich wusste ich, dass ich das Spiel gewinnen musste, denn erstens waren meine Schläge viel sicherer und besser, als die des Gegners, und außerdem hatte ich so hart gearbeitet, das es für mich klar war, dass ich das Spiel sicher gewinnen sollte.

Mein Gegner erwischte einen guten Start, und so fing ich an mit mir zu hadern, ich wollte nicht wahr haben, dass dieser Gegner meine gut gespielten Bälle immer wieder zurück brachten. Meine Konzentration war nicht mehr auf das Spiel gelenkt, ich fing an immer mehr Fehler zu machen und schließlich verlor ich das Spiel.

Innerlich hatte ich erwartet, das der Gegner freiwillig gegen mich verliert, ich war doch der bessere Spieler.
Das passiert einfach nicht, man muss um jeden Ball und Punkt kämpfen, unabhängig wie gut der Gegner ist und sich jeden Punkt verdienen. Wäre es ein anderer Spieler gewesen, den ich nicht gekannt hätte, wäre ich vom Anfang etwas konzentrierter und nicht so selbstsicher gewesen.
Ich wäre mit einer viel höheren Aufmerksamkeit in dieses Spiel gegangen.

Was waren die Lektionen aus dem Spiel?

Respektiere jeden Gegner
Unterschätze niemals einen Gegner, ich habe so oft erlebt, wie vermeintliche „Nichts Könner“ Turniere gewannen.
Gehe mit einer erhöhten Aufmerksamkeit in jedes Spiel.
Lass dich nicht von der Statur oder Ausrüstung deines Gegners blenden.
Betrachte immer nur das Spiel, das ansteht, denke nicht darüber nach, auf wen Du nach diesem Spiel triffst.
Spiel jedes Spiel, als ob das dein wichtigstes Spiel des Jahres ist.
Verschenke keine Punkte.
Wenn du deinen Gegner 6-0 6-0 schlagen kannst, dann tue es auch.
Der Punkt ist erst dann beendet, wenn der Ball 2 mal aufgesprungen ist.

Viel Spaß beim Siegen

Mentale Stärke im Tennis

In Tennis spielt die Konstanz oder Beständigkeit eine sehr große Rolle. Wenn ein Spieler nicht in der Lage ist, über einen langen Zeitraum konstant zu spielen, wird es schwierig sein den Erfolg auf dem Tennisplatz zu steigern.

Deshalb sollten Sie überprüfen, ob Sie Körperlich in der Lage sind
ein Match vom Anfang bis zum Ende durch zu stehen. Wenn Ihnen die
Zunge schon nach dem ersten Satz heraushängt, dann wird es schwierig
sein gegebenfalls eine gute Leistung in einem dritten Satz zu bringen.

Wir als Tennisspieler wissen auch, das wir konstant und beständig spielen müssen,
um erfolgreich zu sein. D.h. wir müssen immer wieder die richtigen Schläge einsetzen und das Risiko abwägen.

Mentale Beständigkeit ist genau so wichtig, und hier hapert es häufig

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Wie verschaffe ich mir einen Vorteil im Match?

Spätestens nach dem Australian Open wissen wir, dass selbst Profitennisspieler wie Roger Federer sich gar nicht leisten können nicht von Anfang an im Spiel zu sein.

Es bedeutet, dass sie kaum Gelegenheit haben, sich im Match einzuspielen. Natürlich findet jeder
im Verlauf eines Spiels immer mehr zu seinem persönlichen Rhythmus, dauert dies aber zu lange, kann es schon eine Niederlage bedeuten.

Es gibt keine Aufbaugegner mehr, wie wir es bei Roger Federer beim Australian Open gesehen haben. Ob Nummer 150 der Weltrangliste oder Nummer 70, diese Tennisspieler stellen jederzeit eine Gefahr für die Gesetzten dar.

Es ist deshalb wichtig, dass der Spieler von der ersten Sekunde an im Match mit voller Konzentration dabei ist, das das nicht immer einfach ist, weiß jeder, der schon mal ein Turnier gespielt hat.

Wir sollten deshalb immer folgendes beachten:

-mindestens 2-3 Stunden vor einem Match aufstehen.

-dynamisch aufwärmen, es ist wichtig, dass das Herzkreislaufsystem angeregt wird, der Spieler sollte dafür sorgen, dass sein Körper auf Betriebstemperatur kommt, bevor er den Platz betritt.(Dynamisches Stretching und Aufwärmen)

-wenn die Möglichkeit besteht, sich eine halbe Stunde lang auf einem Platz vorher einspielen.

-wenn es keine verfügbaren Plätze geben sollte, dann ist eine Ballwand ideal, um sich einzuspielen.

-unbedingt darauf achten, dass ausreichend Aufschläge vor dem Match gemacht werden, das ist immer Ärgerlich, wenn man gleich am Anfang eines Matches seinen Aufschlag abgeben muss.

– umgekehrt ist es wichtig, dass wir versuchen den Aufschlag des Gegners gleich am Anfang des Spiels abzunehmen. Das schafft immer einen Vorteil vor allem auf schnellen Böden.

Zusammengefasst heißt es: wir dürfen nichts dem Zufall überlassen, sondern wir müssen alles tun, um mit optimaler Verfassung ins Spiel zu gehen.

Viel Spaß beim Spielen

12. Februar 2008
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