Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Beständig Spielen

Herzlich Willkommen bei mein-tennistrainer.de,

wenn Sie gegen vermeintlich schwächere Spieler spielen, geht es nicht darum, dass Sie mehr direkte Punkte machen müssen. Nein, machen Sie nicht den Fehler, den so viele Spieler machen, sie glauben, sie müssten den Gegner mit immer mehr direkten Punkten vom Platz fegen!

Es funktioniert so nicht, Sie sind deshalb besser als Ihr Gegner, da Sie beständiger und konstanter Spielen. Das heißt ganz schlicht, Sie müssen weniger Fehler machen als Ihr Gegner.

Viele Spieler geraten in Panik, wenn der Gegner sich wehrt und es etwas enger wird, sie versuchen immer schneller den Punkt zu erzielen, das führt zwangsläufig zu Fehlern, und irgendwann schaffen sie es nicht mehr zu Ihrem Spiel zu finden.

Befreien Sie sich von dem Druck, immer wieder schnelle direkte Punkte zu erzielen, selbst die besten Profis müssen geduldig bleiben und den Ball im Spiel halten.
Obwohl das Tempo sehr hoch ist, müssen Sie immer erst den Ball im Spiel halten, um dann auf eine
günstige Gelegenheit zu warten.

Wenn sich eine Gelegenheit anbietet, und Sie können einen direkten Punkt erzielen, versuchen Sie es.
Wenn Sie es aber nicht spätestens mit dem 2. Schlag geschafft haben, machen Sie nicht den Fehler, in diese Falle zu tappen:
Manche Spieler und auch gute, und sogar Profis, versuchen immer wieder schneller und schneller zu spielen, sie verkrampfen, und dann geht das schief, anstatt das Spiel erneut auf zu bauen.
Das Risiko wird dann zu groß, und das Ergebnis ist ein verlorener Punkt.

1. Spielen Sie konstant und halten Sie denn Ball so lange im Spiel, bis sich eine Gelegenheit anbietet, erst dann versuchen Sie einen direkten Punkt zu erzielen.

2. Lassen Sie sich nicht beeinflussen, bleiben Sie gelassen, wenn Ihr Gegner großen Widerstand leistet, es ist normal.
Warten Sie immer wieder auf Ihre Chance.

Viel Spaß beim Spielen.

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Richtig Einspielen im Tennis

Für viele Tennisspieler ist richtiges Einspielen eine große Herausforderung. Wenn man sich richtig Einspielt, schafft man schon die Grundlage für ein gelungenes Trainingspiel oder Trainingseinheit.

Viele Trainingseinheiten enden in Frust, da nichts so richtig klappt. Vermeiden Sie solche Situationen.

Beim Einspielen geht es darum, dass man versucht ein Gefühl für die Schläge zu bekommen. Wenn nicht präzise zugespielt wird, wird es schwierig.

Spieler A spielt Spieler B so genau zu, dass B sich kaum bewegen muss, vor allem nicht ausweichen muss. B antwortet mit seinem Schlag auf gleicher Weise. Die ersten Bälle sollten mit geringer Geschwindigkeit lang ins Feld gespielt werden. Erst nach einigen fehlerfreien Ballwechseln sollte man die Geschwindigkeit erhöhen. Die Spieler sollten jetzt auf die Schlägerführung und Beinarbeit achten.

Das Gleiche gilt natürlich auch für den Flugball und Schmetterball.
Für Anfänger empfiehlt es sich im T-Feld anzufangen um dann später an die Grundlinie zu wechseln.
Bei den Aufschlägen ist auch darauf zu achten, dass man ganz langsam anfängt. Wenn der Bewegungsablauf stimmt, kommt der Rest von alleine. Vor allem lieber die Bälle in Aus als ins Netz spielen, es ist einfacher die Bälle kürzer zu spielen als umgekehrt. Wer auch mit schnellen Aufschlägen anfängt, riskiert es sich zu verletzen.

Also, achten Sie auf eine ruhige und rhythmische Einspielphase.

Sie werden feststellen, dass Sie so viel besser zu Ihrem Spiel finden.
Viel Spaß beim Spielen

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Trainieren mit Schwächeren

Wenn Sie ein normales Match gegen einen viel schwächeren Gegner spielen, werden Sie beide wahrscheinlich nicht viel Spaß haben.

Sie werden sich nicht sonderlich von einem einfachen Sieg verbessern, und der Gegner wird auch nicht viel lernen können aus einer derart heftigen Niederlage. Deshalb Spielen viele Tennisspieler nicht so oft mit Gegnern, die viel viel schwächer sind.

Dennoch können Spieler mit unterschiedlichen Niveaus ganz gut miteinander Trainieren. Solche Trainingsspiele bieten gute Möglichkeiten, um Schwachstellen zu verbessern.

Entscheidend ist, dass man diese Gelegenheit nutzt, um Schwächen zu trainieren. Während man diese Schwächen trainiert, wird man zwangsläufig mehr Fehler machen, dass wiederum hilft dem schwächeren Partner, um mehr Punkte zu gewinnen, aber auch um das Spiel interessanter zu machen.

Wichtig, man sollte nicht Angst haben Fehler zu machen. Wenn man aber einem schwächeren Gegner bewusst Punkte schenkt, wird er dies irgendwann merken, und dass sorgt natürlich nicht für ein angenehmes Spielklima.
Wenn man aber sein bestes gibt, um einen neuen Schlag zu trainieren, kann man eine solche Situation vermeiden, und beide Partner profitieren von dem Training.

Hier sind ein paar Situationen, die man trainieren kann.

Aufschlag Flugball

Versuchen Sie bei jedem Aufschlag ans Netz zu gehen, wenn Ihre Aufschläge zu stark sind für den Gegner, machen Sie nur zweite Aufschläge und suchen Sie sich eine bestimmtes Ziel aus, um immer dorthin aufzuschlagen.

Return

Versuchen Sie Ihre Returns ganz gezielt zu spielen zum Beispiel:
-Direkte Punkte mit der Vorhand oder Rückhand Longline zu machen.
-Stoppbälle zu spielen
-Angriffsbälle zu spielen um ans Netz zu gehen.
-Returns sehr aggressiv zu Spielen

Stoppbälle und Lobs

Spielen Sie Stoppbälle und anschließend Lobs, dadurch trainieren nicht nur Sie diese Schläge, aber Ihr Gegner lernt auch besser zu laufen oder druckvoller zu spielen.

Schläge Variieren

Wenn Sie überwiegen Topspin spielen, spielen Sie nur Slice oder mehr gerade Schläge.

Umlaufen Sie Ihre Schläge

Nehmen Sie sich vor zum Beispiel viele Bälle nur mit Ihrer Vorhand zu spielen. Seien Sie dabei hartnäckig, machen Sie weiter, auch wenn Sie einige Fehler machen.

Nehmen Sie die Bälle ganz früh

Versuchen Sie die Bälle früher als sonst zu nehmen, stellen Sie sich direkt auf die Grundlinie oder sogar etwas ins Feld und trainieren Sie die Bälle ganz früh im Aufsteigen zu nehmen.

Konzentration

Jeder Punkt mit voller Konzentration spielen, Ihr Ziel sollte es sein jeden Punkt ganz bewusst zu spielen. Wenn Sie den ersten Satz 6-2 gewonnen haben, sollte Ihr Ziel sein, im zweiten Satz kein Spiel abzugeben. Versuchen Sie das Niveau Ihres Spiels ständig zu steigern und nicht umgekehrt d.h. nicht nachlassen.

Viel Spaß beim Spielen

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Ernährung für Sportler

Eine bewusste Sportlerernährung fängt mit der richtigen Lebensmittelauswahl an.

Sportler benötigen mehr Energie
Egal ob Tennis, Joggen, Schwimmen oder Inline- Skaten:
Wer Sport treibt, verbraucht mehr Energie als jemand, der den Tag überwiegend sitzend verbringen. Bei Freizeitsportlern ist der Energiebedarf allerdings nur unwesentlich erhöht.

Der Energiebedarf setzt sich aus Grund- und Leistungsumsatz zusammen. Der Grundumsatz steigt u.a. mit dem Anteil der Muskelmasse, der Leistungsumsatz richtet sich nach der entsprechenden Belastung, der einzelnen Person. Diesen Beitrag weiterlesen »

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Die Geschichte des Tennisspiels




 

Zu den mittelalterlichen Klöstern gehörte ein
Kreuzgang mit Innenhof, dessen schräges Dach mit Säulen abgestützt wurde.
Fest steht, daß das Service auf das Dach der einen Längsseite dieses
Kreuzganges plaziert werden mußte. Nachdem auch der Adel der Faszination der
Spiels erlegen war, wurde ein Dach als Anspielfläche eingezogen oder man baute
es in verschiedenen Variationen nach.

Die ballspielenden Mönche bekamen Nachahmer
durch die anderen Stände. Bürger und Bauern spielten "cache" 
auf den ebenen und festen Kirchhöfen, was der Geistlichkeit ziemlichen Verdruß
bereitete. Scheiben gingen entzwei, und die "Sportgeräusche" störten
den Gottesdienst. Die Aristokratie dagegen sorgte sich um die Moral und die
Wettleidenschaft ihrer Untertanen, denn auf den Sieger wurden hohe Beträge
ausgesetzt. Sie hätten diese Leute lieber bei vermeintlich "sinnvollen
Waffenübungen" gesehen. Während die Bürger für ihre Spielleidenschaft
auf öffentliche Plätze angewiesen waren, verfügten die spielbesessenen
Adeligen über eigene Spielplätze. Zunächst waren es die trockenen Schloßgräben,
später eigens angelegte Plätze auf dem Schloßareal, die jedoch für die
restliche Bevölkerung unzugänglich waren. Doch einige wohlhabende Bürger
wehrten sich gegen die Vormacht der Adeligen und gründeten 1405 in
verschiedenen flandrischen Städten "Tennisclubs", deren Mitglieder
das "jeu de paume" in der Halle und im Freien spielen konnten.

 

 

 

 

Villers

Schloß
Villers-Cotterêts
(nach einem Stich von J. A. Ducerceau)
Der ganze Innenhof wird zum Spielfeld.

Im Jahre 1464  veranstalteten Bürger in Brügge
das 1. Tennisturnier der Geschichte, an dem zwei Teams teilnahmen. In Frankreich
und England wurden diese bürgerlichen "Umtriebe" streng bestraft. Der
erste namentlich erwähnte königliche Tennisspieler war Ludwig X von Frankreich
(geb. 1289). Er bezahlte seinen Sport allerdings mit dem Leben, da er sich nach
einem Match erkältete und an einer Lungenentzündung starb. Weitere gekrönte Häupter,
die ihr Leben nicht auf dem Schlachtfeld ließen, sondern durch den Tennissport
verloren, waren Philipp der Schöne, König von Kastilien und Karl VIII, der
sich allerdings auf dem Weg zum Tennisplatz an einem Türpfosten den Schädel
einrannte. Andere Herrscher spielten Tennis bis zur völligen Verschuldung.

Die Bürgerliche Margot aus Hennegau, geboren
1402 in Mons, war die erste professionelle Tennisspielerin. Im Alter von 20
Jahren ist sie als Tennisspielerin schon so bekannt, daß sie von Philipp dem
Guten, – ebenfalls passionierter Tennisspieler -, gegen Bezahlung verpflichtet
wird, an seinem Hofe zu spielen. Sie kehrte mit einer beträchtlichen Geldsumme
in den Hennegau zurück, spielte später in Flandern und Brabant Tennis und
wurde schließlich  Nonne in einem Kloster bei Naumur,  von wo aus sie
die Bewohner im  "jeu de paume" unterrichtete.

 

Das 16. und 17. Jahrhundert ist das "goldene
Zeitalter" des Tennis. "jeu de paume" entwickelt sich zum
Volkssport. Trotz den nach wie vor bestehenden Verboten wird Tennis zunehmend
von Bürgern, Bauern und Studenten gespielt. In den Städten entstehen immer
mehr offene und überdachte Spielplätze. Jede gesellschaftliche Schicht frönt
der Leidenschaft auf ihre Weise, im Schloßhof, in einem eigens angelegten Gebäude
oder auf einer Wiese.

 

Fontaine

Die beiden
"jeux de Paume" im
Schloß von Fontainebleau. Die
Ziffer "8" weist auf den "Freiluft-
Platz" und den bedachten Tennisplatz hin.

König

Königlicher
Tennisspieler auf dem Court von Whitehall:
Der spätere König Jakob II als Achtjähriger

Der französische König Franz I (geb.1494) läßt
1533 gar auf dem Sonnendeck seines Schiffes "La Grande Francoise"
einen Tennisplatz bauen. Sonnensegel schützen den königlichen Spieler vor der
Sonne. Der Tennissport beeinflußt auch das übrige Leben. Katharina de Medici
kreierte eine Haarmode (coiffure en raquette), die an die diagonale
Saitenbespannung der damaligen Tennisschläger erinnert. 

Auch in England hat die
Tennisbegeisterung im 16. Jahrhundert einen Höhepunkt erreicht. Heinrich VIII
(geb. 1491) ist ein leidenschaftlicher Spieler. Er besitzt mindestens acht
Tennisschläger und zahlreiche Tennisplätze u.a. in Richmond, Greenwich,
Windsor und Hampton Court. Oft spielt er um hohe Einsätze und bezahlt so in
knapp drei Jahren aus seiner Privatschatulle über 3000 Pfund für
Spielschulden. Seinen Untertanen schränkt er dagegen das Tennisspielen ein.
Adelige und Bürger mit einem Jahreseinkommen über 100 Pfund dürfen einen
Tennisplatz besitzen – die anderen benötigen eine Lizenz.

 

Coburg

Das Ballhaus
in Coburg, erbaut
für Herzog Johann Casimir von Sachsen,
nach einem Stich von Johann Dürr, 1632)

Mit der Herrschaft von Oliver Cromwell und dem
Exil des englischen Königshofes wird der Tennissport in England eingeschränkt.
Mit der Rückkehr der englischen Königsfamilie aus dem französischen Exil im
Jahre 1660 erlebt der Tennissport eine neue Blüte. Die Zahl der Tennisplätze
in Schlössern und Adelsresidenzen wächst ständig. Ballhäuser, heute
Tennishallen, entstehen. Herzog Johann Casimir von Sachsen vollendet 1629 in
Coburg nach französischem Vorbild ein Ballhaus.

Auch die Studenten entdecken den Tennisport für
sich. In Oxford, Cambridge, Poitiers oder Orleans unterhalten einige Colleges
und Universitäten eigene Plätze. 1594 wird in Ingolstadt ein Ballhaus für die
Studenten "zur Unterhaltung und zweckmäßigen Leibesübung
errichtet".

 

Jeu de paume

"jeu de
paume"- mit Holzschlägern
(16. Jahrhundert)

Gleichzeitig werden in Frankreich und England
Spielplätze angelegt, die jedermann offenstehen. In Paris existieren Ende des
16. Jahrhunderts nach unterschiedlichen Angaben zwischen 250 und 1.800 Plätze,
in Orleans sechzig und in London vierzehn. Das notwendige Schrägdach wird nicht
selten durch ein nachträglich angebrachtes Dach an der Vorderfront eines Hauses
ersetzt oder durch ein auf drei Holzpflöcke gestelltes umgedrehtes
Getreidesieb. Diese Konstruktion ist transportabel und macht die Tennissportler
von festen Plätzen unabhängig. Im deutschen Sprachraum gibt es im 16. und 17.
Jahrhundert nur ca. 50 Tennisplätze außerhalb der Adelsresidenzen, so z. B. in
Frankfurt, Nürnberg, Halle und Leipzig.

Der Tennisball im 16. und 17. Jahrhundert ist mit
dem heutigen Hohlgummiball nicht zu vergleichen. Hochwertige Bälle aus Leder
enthalten einen Kern aus Wolle, Haupt- oder Barthaar, minderwertige sind mit
Sand, Erde oder Metallspänen gefüllt. Verletzungen mit Todesfolge bleiben
nicht aus. Marktführer bei der Herstellung der Tennisbälle sind zu jener Zeit
die Franzosen, sehr zum Ärger der englischen "Produzenten". In
Frankreich wird seit Ende des 16. Jahrhunderts die Lederhülle der Bälle durch
eine aus weißem Tuch ersetzt.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts setzt langsam der
Gebrauch von Tennisschlägern ein. Sie sind massiv aus Holz gefertigt oder wie
Tambourins mit Pergament bespannt. In manchen Matches bis Ende des 16.
Jahrhunderts stehen sich dann Spieler mit und ohne Schläger gegenüber. Dem
ohne Schläger Spielenden wird ein Handicap von einem Punkt eingeräumt. Anfang
des 16. Jahrhunderts werden Schläger erstmals mit Darmsaiten bespannt. Heute
sind die Griffe der Tennisschläger wesentlich länger, der Schlägerkopf oval
und die Saiten werden nicht mehr diagonal zum Griff bespannt.

 

 

Raket

Abbildung zur
Herstellung von Tennisbällen
und Schlägern im 18. Jahrhundert
(aus Garsaults Abhandlung über das Tennis aus dem Jahre 1767)

Bereits um 1300 sind in Paris mehr als zwölf 
"paumiers" tätig, die zunächst der Zunft der Bürstenmacher angehören.
Es sind Tennisprofis, die Bälle herstellen und Spielplätze betreuen. Mitte des
16. Jahrhunderts gründen sie die Zunft der "paumiers-raquetiers". 
Drei Jahre dauert eine Lehre. Nach einer Gesellenzeit kann die Meisterprüfung
abgelegt werden. Der zukünftige Meister muß Tennisbälle und -schläger
herstellen sowie zwei anerkannte Profispieler in einem Match bezwingen. Im 16.
Jahrhundert werden auch spezielle Tennisschuhe hergestellt. Sie haben keinen
Absatz und meist Sohlen aus Filz. Gleichzeitig werden die ersten Lehrbücher veröffentlicht.
Die bedeutendsten stammen vom Italiener Antonio Scaino, einem Doktor der
Theologie. In seinem "Trattoto des gioco della palla" (1555)
beschreibt er neben anderen Ballspielen auch das "jeu de paume". Er
setzt sich mit der Beschaffenheit des Platzes, der Bälle, des Schlägers, den
Regeln und taktischen Fragen auseinander. Monsieur Gosselin, der Bibliothekar
des französischen Königs, verfaßt 1579 die "Declaration de deux doubtes
qui se trouvent en competant le jeu de paume", die "Erklärung von
zwei zweifelhaften Fällen beim Zählen des "jeu de paume".

 

Nachdem sich das "jeu de paume" im 16.
und 17. Jahrhundert zum Volkssport entwickelt, wird die Kritik an der Sportart
immer lauter. Die Adeligen nutzen die Ballhäuser zum Flirten und um hohe Einsätze
zu spielen. In öffentlich zugänglichen Ballhäusern werden alle möglichen Glücksspiele
betrieben. Betrügereien nehmen überhand. Weiterhin wird immer noch nach
uneinheitlichen Regeln auf unterschiedlich großen Plätzen gespielt. So geht
die Zahl der Ballhäuser im späten 17. und 18. Jahrhundert drastisch zurück.
Sie werden in Theater und Ballsäle umgebaut. Die Französische Revolution
(1789) tut ein übriges, den Untergang des Tennissports in Frankreich zu
beschleunigen.

 

Wingfield

Major Walter
Clopton Wingfield
 im Alter von 40 Jahren mit seinem Schläger,
den er zum Preis von einem Pfund Sterling
pro Stück verkaufte.

Er starb am 18. April 1912. In seiner Grabrede
wurde nicht ein einziges Mal das Wort "Tennis" erwähnt.

In England können sich die Traditionen des
"jeu de paume" besser bewahren, auch wenn sich hier die Anzahl der Plätze
und Spieler ebenfalls drastisch verringern. Tennis wird  im 19. Jahrhundert
zunehmend der Sport für den exklusiven Landadel. 1878 gibt es noch ca. zwanzig
Plätze, auf denen das althergebrachte "jeu de paume" mit dem Service
auf das Dach der Galerie gespielt wird. Das "jeu de paume" erhält den
Namen "real tennis", "royal tennis" oder schlicht
"Tennis".

Zu dieser Zeit entwickelt Major Walter C.
Wingfield Rasentennis aus Elementen des field-tennis (wird im Freien gespielt,
ohne eigens konstruierten Platz und ohne feste Regeln), Rackets (Vorgänger des
Squash), "real tennis" und Badminton, das von ihm genannte "Sphairistike´"
"oder "lawn-tennis". Es wird  wie der Name sagt – ursprünglich
nur im Freien gespielt. Die aus dem Griechischen stammende Bezeichnung "Sphairistike"
(das Ballspiel betreffend) wird bald vergessen. Aufgrund seiner einfachen
Spielweise und weil es auf jedem ebenen Rasen gespielt werden kann, tritt das
"lawn-tennis" seinen Siegeszug in England an. Statt einer Mauer, einem
Dach oder einer Galerie werden nur noch ein Netz und eine trapezförmige Spielfläche
benötigt. Major Wingfield läßt sich sein Netz patentieren, das er vom
Federball übernommen hat und für sein "lawn-tennis" dreiteilig
konstruiert. Die Seitenflügel erinnern an die Seitenwände des alten Tennis.
Verwendet werden in Deutschland hergestellte Hohlgummibälle. Der Aufschlag
erfolgt aus einem Viereck immer von einer Seite, wobei nur der Aufschlagende
punkten kann.

 

 

"Zuschauermengen"
beim
1. Tennisturnier in Wimbledon

1877 richtet der All England Croquet and Lawn
Tennis Club das 1. große Rasentennis-Turnier aus. Die Spielregeln entsprechen
annähernd  den heutigen. So erfolgt der Aufschlag jetzt von der
Grundlinie, und die Punkte werden wie beim alten "jeu de paume" gezählt:
15  30  40 (oder 45). Das Spielfeld ist rechteckig, das Netz niedriger
und der Tennisball mit weißem Flanell überzogen.

 

Frauen haben ebenfalls schon recht früh Zugang
zum neuen "Lawn-tennis".1879 dürfen sie in Irland spielen, ab 1884 in
Wimbledon. Die Damen tragen lange weiße Kleider, Hüte und nicht selten
hochhackige Schuhe.

(aus: Theo Stemmler, Kleine Geschichte des
Tennisspiels)

 

 

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