Roger Federer beim Training als Junior. Wenn man Roger Feder beim Tennispielen zussieht, kann man den Eindruck bekommen, dass er so gut wie gar nicht schwitzt, dass er sich kaum anstrengen muss.
Er spielt viel ökonomischer als viele andere Spieler, das wird dazu beitragen, dass er nicht so anfällig ist für Verletzungen.
Auch wenn man es nicht vermutet, aber auch Roger Federer muss sehr hart arbeiten, um auf solchem Niveau zu Spielen. In diesem Video bekommt man einen kurzen Einblick, wie sein Training früher aussah.
Play + Stay – Nichts Neues?
In der aktuellen Ausgabe des VDT (Verband Deutscher Tennislehrer), Report, wurde über Play + Stay diskutiert.
Play and Stay ist sicherlich eine willkommene Neuerung, wobei die Idee, nicht ganz neu ist, sie ist aber gut aufbereitet und verpackt.
Aus meiner Sicht wird mit Play + Stay so manches sich trotzdem nicht ändern. Wenn Tennisänfänger nicht vom ersten Moment an lernen, wie Sie den Ball einschätzen sollen, dann wird es auch hier länger dauern, bis der Erfolg einsetzt.
Solange es allgemein vertreten wird, dass man sich nicht weg vom Ball bewegen darf und beim Spielen feststehen muss, wird es schwierig bleiben.
Die Topsspieler zeigen es immer wieder, wie sie in der Lage sind aus den unterschiedlichsten Positionen schnell und präzise zu spielen. Das gelingt aber nur deshalb, weil sie mit Ihrer Beinarbeit es so schaffen, dass der Schläger die richtige Schlagposition hat.
Das bedeutet, dass der Spieler auch in der Lage sein muss aus der Rückwärtsbewegung oder beim Ausweichen des Balles, den Ball optimal und kontrolliert zu treffen.
Beispiel 1: Ein Ball wird schnell direkt auf den Körper gespielt, es bleibt keine Zeit dem Ball entgegen zu gehen.
Es bleibt also auch keine Zeit den Ball vor dem Körper zu treffen.
Es gibt jetzt mehrere Möglichkeiten, verharrt der Spieler in der Position, muss er nach hinten zurück fallen “hier spricht man allgemein von Rückenlage”, denn der Schlagarm braucht trotzdem Raum, um auszuschwingen. Früher auszuholen, hilft hier nicht, wird übrigens häufig empfohlen.
Die einzige Möglichkeit Abstand zu schaffen bleibt nur noch das Zurückfallen.
Dadurch, dass der Ball so dicht am Körper ist, kann der Arm nicht nach vorne ausschwingen und sucht den Weg steil nach oben. Von Kontrolle kann man jetzt nicht mehr reden.
Beispiel 2: Ein Ball wird schnell direkt auf den Körper gespielt, es bleibt keine Zeit dem Ball entgegen zu gehen.
Um nicht wie oben in Verlegenheit zu geraten, bewegt sich der Spieler mit normalen Schritten (ganz normales Rückwärtslaufen) weg vom Ball und schlägt dabei den Ball.
Das entscheidende hierbei ist sich nicht zu schnell vom Ball wegzubewegen, sondern kontrolliert während des Laufens zu schlägen und die Bewegung dann noch fortzusetzen, auch wenn der Ball Bereits den Schläger verlassen hat. Das heißt rückwärts auslaufen.
Solange der Spieler das Gleichgewicht behält, ist er wieder in der Lage sich danach zurück zur Schlagposition zurück zu bewegen.
Es bedarf eine größere Umstellung für Spieler, die schon länger Tennis spielen als für Anfänger, denn sobald sie es begriffen haben, machen sie es später intuitiv. Gerade bei kleinen Kindern ist der Fortschritt sehr schnell zu sehen. Das natürliche Laufen bildet hier die Grundlage. Das ist auch nicht neues, aber es gibt nur ganz wenige Trainer, die das Spielen so vermitteln. Die Erfolge sind oft verblüffend.
Übung: Aus dem einfachen Gehen, dem Ball entgegen laufen und schlagen und nach dem Schlagen weiterlaufen.
Hier wird aus dem Laufen gespielt. (langsames Gehen). Das gleiche üben in dem man rückwärts läuft und dabei die Bälle schlägt.
Entscheidend ist, dass das Gleichgewicht während des Schlages behalten wird.
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Warum Haben Wir so wenig Spitzenspieler?
Wenn wir überlegen, wie viele Menschen in Deutschland Tennis spielen, drängt sich die Frage immer wieder auf, warum gelingt es uns nicht mehr Tennisspieler zu haben, die unter den ersten 20 oder 30 der ATP Weltrangliste stehen.Uns mangelt es doch an nichts oder haben wir etwa weniger talentierte Spieler in Deutschland als anderswo? Wohl kaum.
Meiner Ansicht nach gehen wahnsinnig viele Ressourcen und Talente verloren. Täglich erlebe ich wie hunderte von Kindern durch Tennistraining in den Vereinen geschleust werden. Nur wenigen gelingt es, irgendwann einigermaßen zu spielen geschweige den richtig gut zu werden.
Woran liegt’s?
Oftmals werden Anfänger oder ganz kleine Kinder, die gerade mit dem Tennis beginnen von Studenten oder Hilfstrainern unterrichtet, die weder über die pädagogischen Fähigkeiten verfügen noch fachlich qualifiziert sind. Was gut gemeint ist, kann aber ein fataler Fehler sein.
Wenn diese Anfänger oder Kinder dann irgendwann und irgendwie in der Lage sind ein paar Ballwechsel zu haben, dann dürfen sie zu den eigentlichen guten Tennistrainern des Vereins. Längst haben sich aber dann schon Gewohnheiten festgesetzt, die nur schwer weg zu bekommen sind.
Wenn Kinder schon eine Weile spielen und die Technik dann wieder geändert werden muss, werden sie frustriert. Nicht jeder ist hartnäckig und hat die Geduld diesen Prozess zu überstehen.
Häufig werden auch bei Talentsichtungen nach Spielfähigkeit ausgegangen. Wie häufig jemand den Ball übers Netz spielen kann.
Die anderen, die möglicherweise alle Voraussetzungen mitbringen aber noch nicht richtig spielen können, fallen durch das Raster und landen wieder in andere Gruppen mit den nicht so guten Spielern, die möglicherweise gar keine Veranlagung oder Motivation haben und dümpeln dann so weiter im sogenannten Breitentraining.
Ein Trainer, der sein Geld wert ist, muss in der Lage sein, einem Kind, das Lernwillig ist und ein paar andere Grundvoraussetzungen mitbringt, die Grundlage des Tennisspiels beizubringen, die eine Weiterentwicklung später möglich macht, wenn der Wille da ist, es zur Spitzenklasse zu bringen.
Leider scheitern viele Kinder schon sehr früh an Ihrer eigenen verkorksten Techniken.
Wen wundert’s, sie können sich nicht weiterentwickeln, denn wer nicht irgendwann einen gewissen Erfolg für seine Bemühungen sieht, verliert die Lust oder gibt auf.
Ich habe es eigentlich noch nicht erlebt, dass Kinder aufhören Tennis zu spielen, wenn sie merken, dass sie sich ständig verbessern und weiterentwickeln.
Im Gegenteil, sie können es nicht erwarten Tennis zu spielen, sie sind nicht vom Platz zu bekommen. Motivieren braucht man sie nie.
Das ist aber nur möglich, wenn ein solides Fundament da ist und sie eine solide Tennistechnik haben.
Die besten Tennistrainer müssen an die Basis, kleine Kinder, die mit dem Tennis anfangen, müssen Schritt für Schritt systematisch die richtige Technik lernen. Natürlich muss das spielerisch passieren, denn Tennis muss und soll immer Spass machen.
Meiner Ansicht nach sollte das Denken so sein, dass wir jedem Kind das Tennis so beibringen, als ob es irgendwann zum Profi wird.
Das bedeutet, wir müssen heute überlegen, wie das Tennisspielen in 15 bis 20 Jahren aussieht.
Dafür müssen wir jetzt die Grundlage schaffen nämlich die technischen Voraussetzungen schaffen, die in 15 Jahren noch bestand haben sollen und zwar bei so vielen Kindern wie nur möglich.
Um heute Tennisprofi zu werden, müssen einige Voraussetzungen mitgebracht werden.
Wenn wir nur mal von einer Quote von 1% ausgehen (sehr grosszügig gerechnet), die zu Spitzenspieler werden, dann können wir nur ahnen wieviele Tennisspieler wir ausbilden müssen, damit einer es schafft an die Spitze zu kommen.
Da ist bei so vielen Kindern und Jugendlichen an der Grundlage schon mangelt, ist alles Andere eigentlich nur noch dem Zufall überlassen.
Abgesehen von den technischen Voraussetzungen die ein Tennisspieler mitbringen sollte, gibt es noch eine ganze Reihe andere zum Beispiel:
Durchsetzungsvermögen ( nicht jeder ist in der Lage weit ab vom vertrauten Center Court mit Tribune und heimischen Fans, auf irgendwelchen hinteren Plätzen in der Qualifikation bei einem Satellite Turnier in Kalkutta gegen hungrige, aggressive Gegner, denen jedes Mittel recht ist zu gewinnen, zu einem Sieg zu kommen.
Die Liste könnte ich sicherlich noch fortsetzen, aber ich hoffe, dass ich mein Standpunkt deutlich gemacht haben.
Kürzlich schrieb ein kleiner Verein eine Trainerstelle aus, das Trainerhonorar sollte nicht mehr als 16 Euro pro Stunde betragen, das hier schon die erste Trainerauslese stattfand, ist wohl klar.
Wenn wir überlegen, wie das Tennis der Zukunft aussieht, welche technischen Fertigkeiten verlangt werden, dann können wir nicht länger die Tenniszukunft von irgenwelchen Hilfstrainern abhängig machen.
Solange die Vereine Trainerhonorare nur als Kostenfaktoren ansehen und nicht als Investition, werden sie in Zukunft keine Tennisspieler mehr haben, die sie als Nachwuchs für eine immer elterwerdende Mitgliedschaft aufnehmen können.