Archiv für Juli 2009
Tennistraining
Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Einstellung viele gute Spieler Ihr Tennistraining gestalten. Dieser Beitrag knöpf ein wenig beim letzten Thema an.
Dieses Phänomen erlebe sogar bei sehr guten Spieler, selbst bei solchen, die Ambitionen haben, um Profi zu werden oder die zumindest in der 1. Herren- oder Damenmannschaft ihres Vereins spielen möchten.
Wenn ich ein Match konzentriert spielen möchte, dann muss ich das auch vorher üben. Viele wundern sich, dass sie Probleme haben, wenn es darum geht in einem Spiel immer konzentriert oder fokussiert zu bleiben.
Konzentration kann man, so wie viele andere Dinge, auch trainieren. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns entsprechend auf das Training vorbereiten.
Wie sieht die Vorbereitung auf das Tennistraining aus?
.
Das richtige Training beginnt immer mit konzentriertem Einspielen bzw. Zuspielen. Beim Einspielen werden schon die Weichen für ein erfolgreiches Tennistraining gestellt.
Langsam anfangen und dann allmählich das Tempo erhöhen, hier geht es darum, die Bälle genau zu zuspielen, damit jeder Spieler sich auf seinen Schlag konzentrieren kann, um ein Gefühl für die Schläge zu bekommen.
Einige Spieler bevorzugen es im Aufschlagfeld anzufangen. Hier sollte man experimentieren, um herauszufinden, was einem gut tut oder nicht.
Es muss nicht zwangsläufig heißen, daß wir nicht Spaß haben sollten, aber wen wir zu einem offiziellen Trainingstermin erscheinen, dann sollten wir es auch ernst nehmen und mit voller Konzentration dabei sein.
Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass man während des Trainings über Gott und die Welt quatschten kann und gleichzeitig konzentriert ist.
Ein Trainingsmatch sollte auch genutzt werden, um Dinge auszuprobieren. Deshalb ist es wichtig, dass man hier bestimmte Situationen trainieren, wie zum Beispiel Aufschlag/Flugball, mit mehr Tempo spielen oder Schläge einsetzen, bei denen man sonst nicht soviel Selbstvertrauen hat.
Der Schwerpunkt liegt im Tennistraining und nicht im Gewinnen des Spiels.
Hier machen viele Trainer und vor allem Eltern einen fatalen Fehler, in dem sie einem Trainingsergebnis viel zu viel beimessen. Kein wunder, dass die Kinder verkrampfen und Angst haben ein Spiel zu verlieren.
Spiele deren Ergebnisse zählen, wie z.B. für ein Mannschaftsrangliste oder Klubrangliste usw. sollten vorher angekündigt werden, damit die Spieler sich entsprechend vorbereiten können.
Wer im Training nicht frei aufspielen kann, der wird es erst recht nicht in einem Match machen können.
Viel Spass beim Tennistraining!
Eine Mentale Falle
Zum Glück lernt jeder Tennisspieler mehr aus den Niederlagen als aus den Siegen, insofern kann man eine Niederlage als etwas Positives betrachten.
Vor Jahren musste ich eine schmerzvolle Erfahrung machen, es war das erste Jahr meiner Profikarriere, ich konnte auf ein Jahr sehr harter Arbeit zurückblicken und die ersten Früchte dieser Arbeit sah ich schon, ich hatte nämlich einige gute Ergebnisse bei Turnieren erzielt.
Als ich dann an einem Turnier in meinem Heimatort teilnahm, verlor ich gegen einen Gegner den ich kannte und normalerweise schlagen sollten, so dachte ich zumindest. Ich war der Favorit, um das Turnier zu gewinnen und dazu noch viele Ranglistenplätze vor ihm . Ich kann nicht sagen, dass ich überheblich war, aber meine innere Einstellung zu diesem Spiel und zu diesem Gegner war nicht so, wie es sein sollte.
Wo lag das Problem?
Innerlich wusste ich, dass ich das Spiel gewinnen musste, denn erstens waren meine Schläge viel sicherer und besser, als die des Gegners, und außerdem hatte ich so hart gearbeitet, das es für mich klar war, dass ich das Spiel sicher gewinnen sollte.
Mein Gegner erwischte einen guten Start, und so fing ich an mit mir zu hadern, ich wollte nicht wahr haben, dass dieser Gegner meine gut gespielten Bälle immer wieder zurück brachten. Meine Konzentration war nicht mehr auf das Spiel gelenkt, ich fing an immer mehr Fehler zu machen und schließlich verlor ich das Spiel.
Innerlich hatte ich erwartet, das der Gegner freiwillig gegen mich verliert, ich war doch der bessere Spieler.
Das passiert einfach nicht, man muss um jeden Ball und Punkt kämpfen, unabhängig wie gut der Gegner ist und sich jeden Punkt verdienen. Wäre es ein anderer Spieler gewesen, den ich nicht gekannt hätte, wäre ich vom Anfang etwas konzentrierter und nicht so selbstsicher gewesen.
Ich wäre mit einer viel höheren Aufmerksamkeit in dieses Spiel gegangen.
Was waren die Lektionen aus dem Spiel?
Respektiere jeden Gegner
Unterschätze niemals einen Gegner, ich habe so oft erlebt, wie vermeintliche „Nichts Könner“ Turniere gewannen.
Gehe mit einer erhöhten Aufmerksamkeit in jedes Spiel.
Lass dich nicht von der Statur oder Ausrüstung deines Gegners blenden.
Betrachte immer nur das Spiel, das ansteht, denke nicht darüber nach, auf wen Du nach diesem Spiel triffst.
Spiel jedes Spiel, als ob das dein wichtigstes Spiel des Jahres ist.
Verschenke keine Punkte.
Wenn du deinen Gegner 6-0 6-0 schlagen kannst, dann tue es auch.
Der Punkt ist erst dann beendet, wenn der Ball 2 mal aufgesprungen ist.
Viel Spaß beim Siegen













